Blutbild

Aus Katzen-Lexikon

Beispiel eines Blutbildes

Leider werden auch heute noch Tierhalter nur sehr rar über die Werte eines Blutbildes aufgeklärt. Man hört vielleicht "alle Werte gut" oder aber "der Leber-/Nierenwert ist etwas zu niedrig/zu hoch".

Die wichtigsten Messwerte, die Bedeutungen der vielen Abkürzungen und wofür sie stehen nun in (absoluter) Kurzform für eine erste Orientierung in der Labordiagnostik.


ALP
(auch AP oder ALKP)= Alkalische Phosphatase; dabei handelt es sich um ein Enzym, dessen Wert v.a. für die Untersuchung von Leberwerten von Relevanz ist. Ebenso zeigt es Veränderungen an den Knochen und den Nieren an. Der Referenzbereich von ALKP bei der Katze liegt bei bis 70 U/L. Labormesswert meist von 14 -111 U/L

ALT
(auch ALAT oder GPT) = Alanin-Aminotransferase; dabei handelt es sich ebenfalls um ein Leberenzym. Es zeigt also bei einem veränderten (meist erhöhtem) Wert an, ob eine Lebererkankung (vielfältig) vorliegt. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei bis zu 45 U/L. Labormesswert meist von 12 -130 U/L

AST
(auch ASAT oder GOT) = Asptartat-Aminotransferase; auch hierbei handelt es sich um ein Enzym, dessen Wert v.a. Relevanz bzgl. Leber-und Knochenerkrankungen hat, aber es zeigt auch Veränderung in der Niere oder im Herz an. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei bis 30 U/L. Labormesswert meist von 0 -48 U/L

BUN
= blood urea nitrogen; es handelt sich hierbei um den Stickstoff des Blutharnstoffs. Sein Wert hat daher v.a. Relevanz für die Nieren. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 16 -36 (erhöht) mg/dl.

CREA
= Creatinin; Der Creatinin-Wert hat ebenso wie BUN, Relevanz, was die Nieren betrifft. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei bis 1,6 mg/dl. Labormesswert meist von 0,8 -2,4 mg/dl.

GLU
= Glucose, Traubenzucker. Er gibt den Zuckerwert im Blut an und damit auch, ob Diabetes m. vorliegen könnte. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 55-120 mg/dl. Labormesswert meist bis 160 mg/dl.

TP
= Totalprotein(Gesamtprotein). Der Wert von TP hat viele Bedeutungen, kann auf zahlreiche Erkrankungen hindeuten, auf Proteinverluste, Störungen des Wasserhaushaltes und zeigt(bei gleichzeitiger Untersuchung von Albumin, ein Eiweiß im Blut) die KOnzentartion der Immunglobuline (Antikörper) hin. Auch findet dieser Wert Bedeutung bei chronischen Erkrankungen oder Infektonskrankheiten. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 5,7 -7,8 g/dl.

HCT
= Hämatokrit. Der Hämatokrit gibt den Anteil der Blutzellen am Gesamtblut an und zeigt, wie dickflüssig das Blut ist (Verhältnis zwischen roten Blutkörperchen und Blutplasma). Hauptsächlich wird hier der Gehalt von roten Blutkörperchen ermittelt. Daher findet es Bedeutung, ob eine Anämie oder Polyglobulie (bei Sauerstoffmangel) vorliegt. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 24-45 %.

HGB
= Hämoglobin; dabei handelt es sich um den roten Farbstoff der roten Blutkörperchen, der der wichtigste Sauerstofftransporteur des Blutes ist. Sein Wert zeigt an, ob es sich ggfs. um eine Anämie (meist wegen Eisenmangels) oder Gelbsucht handeln könnte. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 8,0 -15,0 g/dl.

MCHC
= mean corpuskolar hemoglobin concentration = mittlere, korpuskuläre Hämoglobinkonzentration. Er zeigt v.a. die Hämoglobinkonzentraton aller zellulären Bestandteile im Blut an und daher auch, ob Eisenmangel vorliegt. Der Referenzbereich der Katze liegt bei 30 -36,9 g/dl.

WBC
(auch LEU) = weiße Blutkörperchen (Leukozyten); gibt die Gesamtleukozyten an (dazu gehören auch die u.g.) Da sie Teil der Immunabwehr sind, zeigen sie an, ob Entzündungen, große Infektionsherde, Allergien, Vergiftungen, etc. vorliegen. Der Referenzbereich bei der Katze liegt bei 4000 -11000/µl. Labormesswert meist bis 20.000/µl.

GRANS
= Granulozyten; Es gibt mehrere Arten von Granulozyten (neutrophil, basophil, eosinophil), meistens jedoch werden die neutrophilen Granulozyten als Wert angegeben, da sie von den 3 Arten die bedeutungsvollsten sind. Im Allgemeinen zeigen sie an, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. Referenzbereich der neutrophilen (segmentkernigen) Granulozyten liegt zwischen 50 und 75%.

L/M
= Lymphozyten & Monozyten; der Wert von L/M hat v.a. Relevanz, was virusbedingte und chronsiche Infektionen betrifft. Der Referenzbereich bei der Katze von Lymphozyten liegt bei etwa 20-50%, bei den Monozyten etwa 0,1 -4%.

PLT
= Blutplättchen (Thrombozyten); Sie zeigen an, ob mit der Blutgerinnung etwas nicht in Ordnung ist. Referenzbereich der Katze liegt bei etwa 300.000 - 800.000/ml.


Ich möchte hierbei betonen, dass die Referenzwerte nicht immer mit den Referenzwerten der jeweiligen Tierarztpraxen überein stimmen müssen, sie können auch variieren, z.B. dass man statt einem Referenzwert bei den Leukozyten von 4000-10.000/ml einen Toleranzwert von 5000 -11.000/ml finden kann. All die o.g. Referenzwerte sind "circa-Werte" um eine erste Orientierung ermöglichen zu können. Zudem liegen die Referenzbereiche des jeweiligen Labors auch wieder anders. Manches Labor gibt einen maximalen Referenzbereich von 19.000 Leukozyten/ml an, andere haben einen maximalen Referenzwert von bis zu 30.000 Leukozyten/ml. Beim Ablesen des Blutbildes bitte nicht den eigentlichen Referenzbereich mit dem Referenzbereich des Labors verwechseln. Wenn dort ein Referenzbereich von 2000 -20.000 Leukozyten/ml zu lesen ist, bezieht sich das nicht auf den allgemeinen Referenzbereich der Katze, sondern auf den Wert, den das Labor von/bis misst. Natürlich gibt es auch noch viele andere Werte, die in ein Blutbild einbezogen werden können, abhängig von dem Blutbild, was gemacht wird (großes/kleines Blutbild; Differentialblutbild). (Kene Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit/Aktualität). Eine genaue Angabe zu erhöhten/erniedrigten Werten folgt.

Stand: 2006/2007


Quellen / Buchtipps:

  • eigene Blutbilder und Unterlagen
  • ISBN: 3825200132 Anatomie und Physiologie der Haustiere, K. Loeffler
  • ISBN: 3939378003 Laborwerte für Hunde, Katzen, Pferde, Schweine, Rinder

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