Gifte

Aus Katzen-Lexikon

Unser Wohnbereich beherbergt z.T. einige potentielle Gefahrenquellen für Katzen, nämlich für die Katze lebensbedrohliche Gifte. Darunter fallen viele Dinge, die wir teilweise gar nicht erwarten würden.


Eines der größten Irrtümer ist, dass Medikamente der Humanmedizin auch bei Haustieren angwendet werden können. Es sind nur sehr wenig Medikamente, die für den Menschen sind, auch für Katzen verwendbar. Ein jedoch auch für Katzen verwendbares Medikament (was auch in der Katzen-Hausapotheke nicht fehlen sollte) ist z.B. Bepanthen als Heilsalbe für Verletzungen und Verbrennungen. Alles andere sollte mit einem Tierarzt vorher abgesprochen werden!


Hier einige Toxine unseres Lebensraumes, die für Katzen gefährlich werden können:

  • Acetylsalicylsäure:
    Obwohl die meisten das für Menschen bestimmte Medikament für alles mögliche benutzen, so ist den meisten dieser Inhaltstsoff jedoch unbekannt. Dieses Medikament kennt jedoch jeder. Es handelt sich hierbei um Aspirin. Obwohl es für viele Menschen ein häufig verwendetes und geeignetes Medikament ist, ist es für Katzen in humanmedizinischer Dosierung äußerst schädlich und führt zum Tode. Schon eine Tablette (ca.500 mg) kann furchtbare Konsequenzen haben wie z.B.Magenblutungen, Leberschäden, Knochenmarksschädigung, Blutbildveränderung, Erbrechen und Krämpfe. Meist jedoch führt schon eine Tablette zum Tode. Zwar wird auch in der Veterinärmedizin Acetylsalicylsäure verwendet, jedoch in einer für Katzen geeigneten Dosierung. Daher bitte niemals der Katze das für uns Mensch gedachte Aspirin geben und auch bei anderen für den Menschen bestimmte Medikamente immer vorher mit dem Tierarzt sprechen, was man der Katze im Notfall geben könnte.
  • Benzoesäure:
    Viele Nahrungsmittel enthalten den Konservierungsstoff Benzoesäure (E210 und E213). Zu häufige Fütterung von solchen Nahrungsmitteln führt bei der Katze zu enormen Vergiftungserscheinungen. Diese machen sich meist durch Nervenstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Muskelzittern bemerkbar und kann zur Erblindung führen. Daher bitte immer auf die Zusammensetzung von Nahrungsmitteln, die man der Katze geben möchte, achten!
  • Jod
    Jodhaltige Desinfektonsmittel sollten nicht in der Hausapotheke einer Katze sein. Nicht nur, dass es evtl.auf Wunden brennen kann, sondern auch, dass die Katze in vielfältiger Weise darauf empfindlich reagiert, z.B. mit Magen-Darm-Entzündungen, Herzminderleistung bis hin zum Koma. Verwenden Sie bitte Desinfektionsmittel ohne Jod (Tierarzt oder Apotheker fragen).
  • Nikotin:
    Das in Zigaretten enthaltene Nikotin ist nicht bloß für den Menschen schädlich, sondern auch im höchsten Maße für unsere pelzigen Familienmitglieder. Zigaretten sollten niemals zum Spielen sein, sondern für die Katze unerreichbar und außer Sicht gut aufgehoben werden.
    Nikotin kann beim Spielen mit Zigaretten, Tabak oder Zigarettenkippen aufgenommen werden. Auch der Rauch ist schädlich, u.a. für die Augen (Bindehautentzündung). Hat die Katze Nikotin aufgenommen, so schlägt es sofort auf das Atemzentrum und führt neben anfänglichem Speicheln und Erbrechen, letztendlich unweigerlich zum Tode (Atemstillstand).
  • Benzin und Öl
    Der gesunde Menschenverstand sollte eigentlich wissen, dass Benzin und ÖL für alle Lebewesen äußerst schädlich sind und daher nie in Reichweite von Haustieren oder Kindern gelagert werden. Katzen reagieren auf Benzin und Öl mit extremen Hautreizungen, außerdem Entzündung der Mundschleimhaut (wenn beim Putzen des Fells das Benzin/Öl aufgenommen wird) und Magen-Darm-Entzündungen. Größere Mengen verursachen Kreislaufschwäche und Krämpfe. Es sind auch Todesfälle bekannt.
  • Terpentin:
    Das bekannte Lösungsmittel Terpentin nehmen Katzen durch die Haut auf und führt zu Übelkeit, Kolik, Nierenschäden, Leberschäden. Terpentin eignet sich nicht dazu, das Fell der Katze zu säubern, wenn z.B. Farbe oder andere schwer auswaschbare Stoffe dorthin gelang sind!!
  • Lösungsmittel:
    Auch Renovierungen sind öfter mal vonnöten. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass Lösungsmittel nicht nur für den Menschen, sondern auch für unsere Haustiere sehr gefährlich werden können. Bitte kaufen Sie nur Farbe, Klebstoffe, etc. die lösungsmittelfrei sind. Vergiftungserscheinungen von Lösungsmitteln sind u.a. schwere Leberschäden.
  • Rattengift:
    Rattengift ist nicht nur für Ratten giftig, sondern auch für alle anderen Lebewesen. Zwei Substanzen werden für Rattengift am häufigsten verwendet: Das sehr bekannte Strychnin und das Cumarin. Die Gefahr der Vergiftung entsteht nicht dadurch, weil die Katze es als Köder fressen würde, sondern weil sie vergiftete Beutetiere fressen könnte oder es bei der Körperpflege aus dem Fell aufnehmen würde. Bei einer Vergiftung durch Strychnin treten Krämpfe und Pupillenerweiterungen auf. Bei Cumarin häufig Erbrechen, blutige Durchfälle und sehr helle Schleimhäute.
  • Hexachlorophen
    Diese Chemikalie (Phenolderivat) kann in manchen antiseptischen Mitteln und auch WC-Artikeln enthalten sein, z.B als Desinfektionsmittel und/oder Geruchsbinder in Seifen oder Kosmetika. H. ist neuro-und embryotoxisch und ebenfalls schädlich für die Schleimhäute. Es darf seit über 20 Jahren nicht mehr zur Behandlung und Herstellung von Kosmetika verwendet werden, dennoch sollte man stets auf die Zusammensetzung achten. Bei einer evtl. auftretenden Vergifung wird Hexachlorophen von der Katze durch die Haut aufgenommen und führt zu Nervenstörungen und schweren Krämpfen, die meist nur durch eine Narkose zu stoppen sind.
  • Insektizide
    Fast alle Insektenbekämpfungsmittel für Blumen oder Pflanzen sind gefährlich für Katzen (darunter auch noch immer einige Varianten des Schneckenkorns, daher bitte vorher die Infos durchlesen). Gelangen Insektizide ins Fell, werden sie bei der nächsten Fellpflege aufgenommen. Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich durch Apathie, Mätte, Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit sowie Flüssigkeistverweigerung. Das Zahnfleisch ist blass, außerdem kann es zu Speicheln, Durchfall, Bewegungsstörungen und Krämpfen kommen. Auch kann die Leber enorm geschädigt werden.
  • Ätherische Öle
    Mit dem eigentlich guten Gedanken seine Katze auf eine natürliche Art und Weise zu behandeln, greifen immer mehr Katzenbesitzer zu natürlichen Mitteln, denen eine hohe Wirkung ohne Konsequenzen nachgesagt wird. Aber auch mit natürlichen Mitteln, die im menschlichen Bereich Gebrauch finden, sollte man sehr bedacht und vorsichtig umgehen. Paradebeispiel dafür ist das Teebaumöl, was immer noch häufig und gern benutzt wird im Glauben Ektoparasiten, insbesondere Flöhe, unschädlich machen zu können. Die Wahrheit jedoch sieht ganz anders aus: Teebaumöl ist für Katzen höchst giftig und führt damit auch schnell zum Tode, falls eine Vergiftung mit diesem Öl nicht erkannt wird. Auch hier gilt, wie bei vielen anderen Toxinen, die äußerlich aufgenommen/aufgetragen werden, dass der Katze ihre Reinlichkeit dabei zum Verhängnis wird, denn das Teebaumöl wird in besonders hohem Maße durch die Fellpflege aufgenommen. Natürlich gibt es auch stark verdünntes Teebaumöl zu kaufen und es ist sogar in diversen Tiershampoos enthalten, aber aus Gründen der schlechten Deklarierung und für den Katzenbesitzer auch oft unverständlichen Wortlaut der Zusammensetzung, sollte man aus Gründen eines eventuellen Risikos auf Alternativmethoden zurückgreifen. Natürlich gibt es auch Flohmittel auf natürlicher Basis, worüber man sich jedoch vorher beraten lassen sollte.

Dieselben Konsequenzen wie Teebaumöl hat auch Thymianöl. Bei Asthmatikern sehr beliebt, ist es für Katzen hingegen ebenfalls äußerst giftig und sollte nicht verwendet werden.


Auf Grund vieler unterschätzter Gefahren sollte man also Zusammensetzungen und Inhaltsstoffe auf Produkten sehr genau durchlesen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Tierarzt über Gifte, damit Sie genau wissen: "Was darf und was nicht?".

Siehe auch: Giftige Pflanzen

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